Wir wünschen euch einen schönen Herbst!
 

Gebärmuttervereiterung (Pyometra)

Es gibt zwei Formen der Gebärmuttervereiterung, die offene und die geschlossene. Bei der offenen Pyometra kann der Eiter abfließen, bei der geschlossen nicht und Geweberisse der Gebärmutter drohen. Symptome treten üblicherweise 4 bis 6 Wochen nach der Läufigkeit auf. Der Bauch kann aufgetrieben wirken, die Hündin wirkt apathisch und lustlos, sie trinkt viel und muss dementsprechend viel und sie kann Schmerzen im Bauchraum haben.

Bei Amy war das anders. 2 Tage nach der Läufigkeit wollte sie mittags plötzlich nicht mehr aufstehen, hechelte stark und wirkte echt krank. Wir sind sofort mit ihr zu unserem Tierarzt. Dort wurde ein Ultraschall gemacht, der eindeutig die vereiterte Gebärmutter zeigte! Es wurde sofort für den nächsten Morgen ein OP Termin angesetzt.
Wir brachten Amy am nächsten Morgen zum Tierarzt und blieben bei ihr bis sie schlief. Wir hatten für Amy eine Inhalationsnarkose vereinbart.
2 Stunden später erhielten wir den Anruf, dass alles gut gegangen ist und wir kommen könnten. Sie lag im Aufwachraum und wurde gerade wach. Wir setzten uns noch eine halbe Stunde neben sie auf den Boden, dann kam der Arzt nochmal und untersuchte sie erneut.
Ihre Gebärmutter war bereits 1,8kg schwer, aber nun war alles wieder OK. Amy stand bereits auf ihren eigenen 4 Beinen und wollte nur raus. Die Arzthelferin die ihr helfen wollte, wurde dann mal eben entschieden in die Hand gezwickt.
Wir legten die Rampe ans Auto, Amy stieg ein und Zuhause auch selbständige über die Rampe wieder aus. Wir gingen ein kurzes Stückchen, damit sie Pipi machen konnte.
Zuhause bekam sie dann von Herrchen ein T-Shirt angezogen, was wir im Rücken eingeschnitten und dann verknotet haben. Solange sie ihr T-Shirt trug, hat sie nicht einmal den Versuch gemacht an die Narbe zu kommen und somit blieb ein Trichter ihr erspart.  
Die Treppe nach oben, haben wir mit einer Kindersicherung versperrt und Amy und ich haben die nächsten 10 Tage unten im Wohnzimmer geschlafen.
Amy war dank der Inhalationsnarkose schon wieder richtig fit und hatte dank der Medikamente auch keine Schmerzen. Zwei Tage später  mussten wir noch einmal zum Arzt, um die Wunde untersuchen zu lassen. Alles war gut, die Narbe war nicht geschwollen, nass oder rot! Der nochmalige Ultraschall zeigte nichts auffälliges. Zum Fäden ziehen mussten wir auch nicht wieder hin, da er Selbstauflösende genommen hat.

Zwei Monate später hatte Amy jede Menge Fell abgeworfen.  Sie hat noch nie zuvor so wenig Fell gehabt! Heute ist das Fell wieder nachgewachsen, aber sie ist seitdem immer hungrig und noch nen Tick grummeliger anderen Hunden gegenüber geworden.

Amy ca. 2 Stunden nach ihrer OP mit ihrem schicken T-Shirt

Die Läufigkeit

Amy und wir lieben Spaziergänge und Wanderungen. Wir sind gerne draußen unterwegs. Gerade Amy liebt es, mit ihren Hundefreunden zusammen zu sein oder in ihrem Garten Wachposten zu beziehen.
Nur in zwei Monaten im Jahr ist das ein wenig anders. Da läuft nicht unser Normalprogramm, sondern wir gehen isolierter unserer Wege. Zweimal im Jahr ist Amy läufig.
Früher hatten wir Rüden, als Amy dann zu uns kam, fragte man uns ob wir Amy kastrieren lassen würden, da es ja sonst so problematisch mit der Läufigkeit sei. Nein wollen wir nicht!
Denn auch unsere Rüden zeigten deutliche "Läufigkeitserscheinungen"
Während der Läufigkeit der Hündinnen in unserer Umgebung, mussten auch die Rüden an die Leine. Sie waren unruhig, fraßen nicht, waren aggressiver der Konkurrenz gegenüber und unser Sammy verbrachte ganze Nächte damit unruhig durch die Wohnung zu wandern.
Wir tragen Amy's Läufigkeit in einen Plan ein, dadurch können wir die nächste Hitze relativ genau voraussagen, halten uns während der Läufigkeit an ein paar Grundregeln und sind darauf vorbereitet, dass sich Amy, als auch fremde Rüden, in ihrem Verhalten verändern und nicht mehr so steuerbar sind, wie sonst.

Amys Verhalten während der Läufigkeit

Bereits einige Wochen vor jeder Läufigkeit, verliert Amy reichlich Fell. Offenbar juckt dann ihre Haut auch, da sie sich vermehrt kratzt. Wir helfen ihr dabei, indem sie Abends extra gründlich gebürstet wird.
Ungefähr eine Woche bevor die Blutung einsetzt ist Amy unruhig und gereizt, gerade Hündinnen mag sie dann gar nicht in ihrer Nähe haben. Ihre Geschlechtsteile schwellen an. Waldspaziergänge möchte sie dann auch nicht mehr. Sie weiß ganz genau wo in unserer Umgebung potente Rüden wohnen und geht zielstrebig jeden dieser ab, um ihnen eine freundlich gepischerte Erinnerung an ihren Status dazulassen. Sie ist sehr verspielt, gerade bei potenten Rüden. Die von ihr sonst bevorzugten Kastraten, werden in dieser Zeit konsequent ignoriert.
Natürlich wird Amy nun für die Rüden interessant. Der Geruch lockt die Rüden an. Aber noch will sie sie nicht haben. Jeder, der ihrem Hinterteil zu nahe kommt, wird vehement abgeschnappt.
Mit dem Beginn der Blutung wird Amy launisch. Sie wechselt vom absolutem Schmusebedürfnis zu "Lass mich in Ruhe"-Phasen, von Aktivität zu Tiefschlaf. Sie macht immer noch jeden Rüden an, ist aber noch nicht bereit zur Paarung und schnappt sie weiterhin rigoros ab.
Amy ist während der Läufigkeit sehr reinlich. Sie macht sich regelmäßig sauber, aber natürlich kann auch mal etwas zu Boden tropfen. Auch diese Tropfen werden von ihr entfernt.
9 bis 13 Tagen nach Beginn der Blutung beginnt die heiße Phase. Nun beginnen die "Stehtage" und die Blutung wird wässrig. Eigentlich ist dies der wichtigste Zeitraum während der Läufigkeit! Hündinnen schnappen Rüden, die an ihr Hinterteil gehen wollen, nicht mehr ab und präsentiert sie sich willig. Amy hingegen ist in dieser Zeit einfach nur hypernervös, frisst viel weniger, schnappt Rüden aber immer noch ab.
Nach 2-4 Tagen ist auch diese Zeit überstanden, die Läufigkeit klingt ab und der Hormonhaushalt normalisiert sich. In dieser Zeit ist Amy überwiegend müde und schläft sehr viel.

Verhaltensregeln für uns, die Menschen von Amy

Wir lassen Amy während der gesamten Läufigkeit nicht aus den Augen und spätestens ab dem achten Tag der Blutung, wird der vordere Garten abgesperrt und Amy darf nur noch in Begleitung nach draußen.
Wir bedauern sie in dieser Zeit nicht, kommen aber ihrem gesteigerten Schmusebedürfnis nach.
Wir sorgen dafür, dass das Blut ihr Fell nicht verschmiert, das sie regelmäßig, stressfrei ihre Spaziergänge machen kann und das sie lecker Fresschen kriegt.
Rüden halten wir fern von ihr, was manchmal gar nicht so einfach ist, da es immer noch Zeitgenossen gibt, die erst Wissen was "läufig" bedeutet, wenn man sie äußerst nachdrücklich auffordert ihren Rüden an die Leine zu nehmen.

Nun braucht Amy viel Nähe

Scheinträchtigkeit

Ein weiterer Problemfall bei Hündinnen scheint die Scheinträchtigkeit zu sein, zumindest von dem was man so hört!
Dabei ist Scheinträchtigkeit etwas ganz normales. Die Natur hat den Vorfahren unserer Hunde, sowie den heute lebenden Wildhunden und Wölfen, soetwas wie einen doppelten Boden für die Welpenaufzucht verpasst. D. h. alle intakten Hündinnen machen eine Scheinschwangerschaft durch, die einen mehr, die anderen weniger, aber alle, um den Fortbestand des Rudels zu sichern und notfalls einspringen zu können, wenn der Mutterhündin etwas passiert. "Aber das ist doch in der heutigen Zeit für unsere Hunde völlig überholt" sagen  viele dazu.
Sicher, ist es wohl, aber wiedermal waren wir Menschen schneller, als die Evulotion es erlaubt. Und außerdem, unsere Hunde haben es auch nicht mehr nötig Aas zu fressen, trotzdem finden die meistens es so verführerisch, dass sie nicht widerstehen können!

Wie dem auch sei, auch Amy bleibt von der Scheinträchtigkeit nicht verschont. Gut 5 Wochen nach der Läufigkeit wird unser Mädel wieder bärbeisig und etwas launisch. 3-4 Wochen später kratzt sie Teppiche zusammen, wird träge und noch launischer. Dieser Zustand kann sich dann bis zu 30 Tagen hinziehen, danach ist plötzlich wieder alles beim alten. Mal abgesehen davon, dass unsere Nachtruhe hin und wieder (oder auch mehrfach) durch das Kratzen auf den Teppichen gestört wird und wir uns bereits zu Profis in der Motivation unser Mädel vor die Tür zu locken, entwickelt haben, gibt es bei uns keinerlei Probleme.
Selbstverständlich kontrolliere ich jeden Abend Amys Gesäuge, ob es anschwillt, sich entzündet oder gar Milcheinschuss vorhanden ist.
Amy macht GsD eine schwache Form der Scheinträchtigkeit durch und sicherlich würde auch ich medimenkatös gegen eine stark ausgeprägte Form, die mit Schmerzen auf Grund von entzündetem Gesäuge etc. einhergeht, vorgehen.

Bewegung ist nun überflüssig

 Gedanken zur Kastration

Ich war ja vor ein paar Wochen läufig und bei einem unserer Spaziergänge begegnete uns ein Ehepaar mit einem unangeleinten Rüden. Frauchen bat die Leute ihren Hund zu sich zunehmen, da ich läufig sei. Die ignorierten das! Erst als Frauchen ziemlich scharf sagte: "Nehmen sie jetzt verdammt nochmal ihren Hund an die Leine!" Fragte die Frau ziemlich pikiert: "Ist die etwa läufig? Wie können sie denn dann mit ihr rausgehen?"  Frauchen sagte verdächtig ruhig: "Wieso, gehen sie nicht nach draussen wenn sie ihre Tage haben!" und ging einfach weiter.

Dies ist eine von vielen Geschichten, die mich zum Nachdenken gebracht haben.

Fast alle Hündinnen die ich kenne sind kastriert und das obwohl es lt. Tierschutzgesetz § 6 im Grunde verboten ist. Natürlich gibt es Ausnahmeregelungen, manche sinnvoll - manche weniger!
Die körperlichen Folgen einer Kastration sind nicht selten Gewichtszunahme, Kastratenfell, Unterfunktion der Schilddrüse und eine auffallend hohe Anzahl an inkontinenten Hündinnen.
Sicherlich finde auch ich, dass es viel zu viele einsame Hunde und Katzen im Tierheim gibt und das es sicherlich auch Krankheiten gibt, die eine Kastration erforderlich machen. Und ja, bei freilaufenden Katzen ist eine Kastration sicherlich sinnvoll, um a) eine unkontrolierte Vermehrung zu vermeiden und b) da bei unkastrierten, rolligen, nicht gedeckten Katzen die Gefahr einer Dauerrolligkeit besteht, die u.U. zum Tode führen kann.
Wir Hunde dürfen ja gar nicht alleine durch die Strassen toben, das heißt unsere Herrchen und Frauchen sollten sehr wohl in der Lage sein, in den wenigen Tagen in denen wir bereit für Rüden sind, auf uns aufzupassen, oder nicht? Als Alternative gäbe es da auch noch die Vasektomie!
Das oftmals zitierte Leiden von uns armen Hunden, die wir intakt sind aber niemals zum Zuge kommen, ist mit Verlaub gesagt auch Blödsinn! Denn auch in der Natur kommen nur gut 20% der Rüden und etwa 30% der Wölfinnen in den Genuss der Fortpflanzung.  Heißt das nun das alle anderen Wölfe leiden?
Die Vermeidung von Krebs durch Frühkastration ist bestimmt löblich, aber auch durchdacht? Es gibt im Durchschnitt 258 Erkrankungen bei 100.000 unkastrierten Hündinnen, von denen lediglich 20-40% bösartig sind. Die Gefahr für unsere Frauchen an Brustkrebs zu erkranken ist damit in etwa gleich - wird zur Vermeidung deswegen in jungen Jahren amputiert? Wohl kaum!
Sicherlich gibt es Fälle in denen eine Kastration Aggressionen dämpfen kann - allerdings kann sie diese, gerade bei Hündinnen auch verstärken!

Ich würde mir wünschen, dass ihr Menschen uns Tiere als Lebewesen seht, an denen man nicht einfach rumschnippelt, weil einem 2x im Jahr ein paar Blutflecken auf dem Boden stören oder weil man 2x im Jahr etwas mehr achtgeben muss oder weil euch die Erziehung des Hundes zuviel Arbeit ist und ihr glaubt durch eine Kastration ist mein Hund auch gleich erzogen!

Auch ich unterliege während meiner Läufigkeit hin und wieder Stimmungsschwankungen, aber auch mein Frauchen leidet manchmal an PMS (Prämenstruelles Syndrom) und ich bin noch nie auf die Idee gekommen sie deswegen kastrieren zu lassen!

Amy macht sich Gedanken